Gepickelte Coils (auch als warmgewalzte, gepickelte und ölbetupfte Stahlcoils bezeichnet) basieren auf Standard-Warmwalzcoils, die einer speziellen chemischen Behandlung unterzogen werden, um hartnäckige Walzhaut zu entfernen. Dieser Pickelprozess erfolgt durch kontinuierliches Eintauchen in Salzsäure- oder Schwefelsäurebäder. Nach der Säurebehandlung wird das Stahlband gründlich gespült, um säurehaltige Rückstände zu entfernen, und erhält üblicherweise eine dünne Schicht korrosionshemmenden Öls. Diese Ölschicht bietet einen vorübergehenden Korrosionsschutz während Lagerung und Transport und stellt gleichzeitig sicher, dass die Oberfläche für nachfolgende Verarbeitungsschritte geeignet bleibt. Das resultierende Material vereint die wirtschaftliche Festigkeit von Warmwalzstahl mit einer sauberen Oberflächenbeschaffenheit und erfüllt die strengen Anforderungen an Beschichtungs-, Galvanisierungs- und Tiefziehverfahren.
Der Prozess der Umwandlung von gebeizten Coils in Stahlplatten: Zunächst werden die gebeizten Coils auf einen Abwickler geladen. Das Band wird durch ein Mehrwalzen-Nivelliersystem geführt, das eine kontrollierte Biegespannung anwendet, um die inhärente Krümmung der Coils zu beseitigen. Moderne CTL-Fertigungslinien verfügen über Präzisionsschneidsysteme, die Materialien mit einer Dicke von 0,1 mm bis 25 mm verarbeiten können. Die Standardbreiten liegen zwischen 300 mm und 2000 mm, wobei die Schnittlängen individuell von 300 mm bis über 6000 mm angepasst werden können. Die Maßgenauigkeit wird innerhalb von ±0,3 mm gewährleistet.
Gepickelte Coils, die über die Produktionslinie verarbeitet werden, umfassen ein umfassendes Spektrum an Stahlsorten und Spezifikationen hinsichtlich der Werkstoffeigenschaften. Zu den üblicherweise verwendeten Sorten zählen: Stahl der Handelsklasse für konventionelle Umformanwendungen (z. B. DD11 bis DD14, Norm EN 10111); Baustahl (z. B. S235JR bis S355JR, Norm EN 10025); sowie hochfeste, niedriglegierte (HSLA) Sorten für tragende Komponenten (S315MC bis S700MC, Norm EN 10149). Baustähle nach EN 10025 sowie hochfeste, niedriglegierte (HSLA) Stähle S315MC bis S700MC nach EN 10149 eignen sich für anspruchsvolle Anwendungen in der Automobil- und Maschinenbauindustrie, bei denen außergewöhnliche Festigkeits-zu-Gewichts-Verhältnisse erforderlich sind. Standardmäßige gepickelte Erzeugnisse weisen typischerweise Dicken von 1,2 mm bis 6,0 mm auf; spezielle Linien können Materialien mit Dicken bis zu 25,4 mm verarbeiten. Die Breitenkapazitäten reichen von schmaler Längsteilung (mindestens 10 mm) bis hin zu 1650 mm oder 2000 mm bei der Verarbeitung von Ausgangscoils.
Die Anwendung von kaltgewalztem, gebeiztem Bandstahl in Form von Stahlplatten erstreckt sich nahezu über alle Industriebereiche, die saubere, umformbare und schweißbare Materialien erfordern: Automobilherstellung, Bauwesen, allgemeine Fertigungsindustrie und Herstellung industrieller Ausrüstung, Rohrherstellung sowie Herstellung landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte – um nur einige zu nennen. Unsere umfassenden Verarbeitungskapazitäten umfassen die gesamte Wertschöpfungskette für gebeiztes Bandstahl-Coil – von der Beschaffung hochwertiger Rohmaterialien, die internationalen Standards entsprechen (darunter ASTM A36, SAE 1008/1010 sowie EN 10025-Güten), über präzise Kaltwalz- und Wärmebehandlungsverfahren mit individuell anpassbaren Längen- und Breitenmaßen bis hin zu fortschrittlichen Verarbeitungsdienstleistungen wie Laserschneiden, Stanzen, Biegen und Schweißen.